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Extrempunkte: Reaktion und Explosion („e-points“)

Extrempunkte: Reaktion und Explosion („e-points“)

Kursschub oder Verschnaufpause?

Ähnlich wie bei Pivotpunkten sollen außergewöhnliche Situationen aufgespürt werden, wo mit erhöhter Wahrscheinlichkeit bald eine erwartete Reaktion oder Explosion stattfinden sollte. Tritt diese nicht ein, so wächst die Gefahr eines Fehlausbruchs (False Breakout), den der Anleger wiederum für seine Handelsentscheidungen nutzen kann. Fehlausbrüche gehören mit zu den stärksten Signalen.

Reaktion

Unter dem Trading Setup Reaktion verstehe ich eine Gegenbewegung auf eine zuvor stattgefundene kräftige Kursveränderung. Findet diese in Richtung des primären Aufwärtstrends statt, liegt die klassische Form eines „Buy on Dips“ vor, getreu dem Motto jeden markanten Kursrücksetzer zu kaufen. Handelt man Reaktionen gegen den übergeordneten Primärtrend, sinkt analog die Erfolgswahrscheinlichkeit. Verkümmert die erwartete Reaktion oder findet diese gar nicht erst statt, droht ein Fehlausbruch in die andere Richtung. Damit liefert eine nicht erfolgte Reaktion den wichtigen Hinweis, sich als Trader auf die Lauer zu legen, um die Position sofort zu drehen bei einem dynamischen Fehlausbruch.

Kali+Salz mit e-points

Kali + Salz: Trading Setups vom Typ Reaktion (Kreis) – in Richtung des primären Aufwärtstrends eine klassische Form des „Buy on Dips“ (die Volatilitätscharakteristika bestätigen das Setup; im Chart nicht abgebildet).

Explosion

Im Gegensatz dazu ist ein Trading Setup Explosion durch eine vorhergehende Phase der Ruhe gekennzeichnet. Die Kurse scheinen einzuschlafen. Es gilt als ungeschriebenes Gesetz, dass auf Phasen niedriger Volatilität Phasen mit hoher Volatilität folgen. Auch hier bietet es sich unter Risikogesichtspunkten an, nach Trading Setups zu scannen, deren erwartete Explosion in Bewegungsrichtung mit dem übergeordneten Primärtrend übereinstimmt.

Volatilitäts- und Trendcharakteristika

Wie findet man geeignete Trading Setups für die beschriebenen e-points (Reaktion bzw. Explosion)? Dazu analysiere ich Aktien aus einem vordefinierten Anlageuniversum hinsichtlich bestimmter Volatilitäts- und Trendcharakteristika.

Wenn man sich nicht allein auf technische Kriterien verlassen möchte, können die selektierten Titel zusätzlich anhand fundamentaler Bewertungskennziffern (wie KUV, KGV, KBV oder Dividendenrendite) durchleuchtet werden. In dem unten stehenden Siemens-Chart stellen die Markierungen eins und zwei Trading Setups vom Typ „Explosion“ da, während es sich bei Nummer drei um eine „Reaktion“ handelt.

Siemens mit e-points

Siemens mit Trading Setups vom Typ „Explosion“ und „Reaktion“. In der unteren Charthälfte ist die Trendintensität abgetragen (rote Linie = Abwärtsschub; grüne Linie = Aufwärtsschub).

In der unteren Charthälfte ist die Trendintensität abgetragen (rote Linie = Abwärtsschub; grüne Linie = Aufwärtsschub). Immer dann, wenn die Trendintensität ein Maximum (Peak) erreicht, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse verschnaufen oder korrigieren. Wenn die Korrektur aber so weit geht, dass z.B. nach einen zurückgehenden Aufwärtsschub (grün) ein Abwärtsschub (rot, im Beispiel unterhalb Markierung 2) folgt, kann eine verschärfte Abwärtsbewegung einsetzen. Bei der Markierung eins steigt nach einigen Tagen der Ruhe die Trendintensität steil an. Es handelt sich damit um einen Trading Setup vom Typ Explosion mit einem Aufwärtsschub.

Bei Markierung zwei haben wir wiederum eine kurze Phase der Ruhe. Die Volatilitätscharakteristika bestätigen (im Chart nicht abgebildet) das Trading Setup einer Explosion, nur diesmal mit einem kräftigen Abwärtsschub (rote Trendintensität).

Im Gegensatz dazu sehen wir bei Markierung drei ein Trading Setup vom Typ Reaktion: Die Trendintensität vollzieht eine obere extreme Wende und die Kurse sind vorher stark gefallen. Die Volatilitätscharakteristika bestätigen das Setup (im Chart nicht abgebildet).

Arcandor mit e-points

Der Arcandor-Chart unten zeigt eine „verkümmerte Reaktion“. In Markierung eins findet die erwartete Gegenbewegung nicht statt. Es kommt zu einem Fehlausbruch. Wer das Trading Setup vom Typ „Reaktion“ aufmerksam verfolgte, war gewarnt und konnte den Fehlausbruch in Richtung zwei nutzen. Hier bildet sich erneut ein e-point vom Typ Reaktion. Wie geht das wohl aus?

Die erwartete Reaktion findet nicht statt. Es kommt zu einem Fehlausbruch. Wer das Trading Setup vom Typ „Reaktion“ aufmerksam verfolgte, war gewarnt und konnte den Fehlausbruch nutzen. Was aus Trading Setup Nr. 2 wurde, können Sie den Charts weiter unten entnehmen.

Für die Sendung Traders TV hatte ich einen Aktienscan für „e-points“ per Schlusskurs 23. Januar 2008 gefahren. An solche Trading Setups sollten sich nur erfahrene Anleger wagen, die den Markt intraday verfolgen können. Hier ist schnelles und diszipliniertes Handeln erforderlich.

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