Anlagephilosophie
11. August 2010
Disziplin ist die Brücke zwischen Zielen und Errungenschaften
Jim Rohn
Die meisten Anleger verwenden achtzig Prozent der Zeit damit, den besten Titel zu finden. Ein zeitraubender und kostspieliger Fehler. Mindestens genauso viel Aufmerksamkeit sollte der Anleger der Frage nach der optimalen Positionsgröße und dem besten Ausstieg widmen. Ein Gewinn entsteht nicht durch den besten Einstieg, sondern erst bei einem klugen Verkauf. Richtig lohnen tut es sich, wenn die Positionsgröße eine spürbare Steigerung des Gesamtvermögens ermöglicht.
Hat sich eine Mini-Position von 1000 Euro auf 2000 Euro verdoppelt, ist das zwar erfreulich, aber das Gesamtvermögen kommt nicht wirklich voran. Wählt man die Position zu groß, besteht die Gefahr, Haus und Hof zu verlieren. Es bedarf viel Fingerspitzengefühl und einer klaren Investmentstrategie. Erst die geschickte Kombination von Einstieg, der optimalen Positionsgröße und dem rechtzeitigen Ausstieg lässt eine durchdachte Anlagestrategie langfristig florieren.
Regel Nr. 1: Verliere kein Geld, Regel Nr. 2: Achte auf Regel Nr. 1!
Das wusste schon der legendäre Investor und Multi-Milliardär Warren Buffett. Bevor er ans Geldverdienen denkt, achtet er darauf, nicht zuviel zu verlieren. Die Logik ist bestechend: Investmentchancen gibt es immer wieder, hat man jedoch sein gesamtes Kapital verloren, ist das Spiel aus. Es sei denn, man gewinnt im Lotto, heiratet reich ein oder man wird fürstlich beerbt.
Deshalb ist mein oberstes Ziel die nachhaltige Kapitalvermehrung unter Wahrung des Vermögens auch in schlechten Zeiten. Nur wer seine Verluste im Griff hat, kann auf Dauer gewinnen. Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen lautet mein Credo. Was trivial klingt, scheint für viele in der Realität nicht umsetzbar zu sein.
Das beste aus zwei Welten – Technische und Fundamentalanalyse
Mein Denkansatz ist von der Technischen Analyse und Fundamentalanalyse geprägt. Ich verwende nur das, was ich kenne, selbst erprobt habe und sich als nützlich erwiesen hat. Dazu gehören spezielle Trendfolgesysteme, Volatilitäts- und Momentumansätze, verfeinerte Indikatoren und bewährte fundamentale Kennzahlen.
Bei all den Methoden und Hilfsmitteln – entscheidend ist für mich der wirtschaftliche Erfolg. Der Markt zeigt mir anhand meines Kontostands sehr deutlich, ob ich richtig oder falsch liege. Er gibt die Richtung vor. Der Markt belohnt mich großzügig, wenn ich auf seine Signale höre. Er warnt mich, wenn ich die Realität ignoriere. Er bestraft mich, wenn ich uneinsichtig die gleichen Fehler immer wieder begehe.
Am liebsten langfristig, wenn es der Markt zulässt
Am liebsten spüre ich mittel- bis langfristige Trends auf, die über das hektische Tagesgeschäft an der Börse hinausgehen. Dabei setze ich auf eigenes Research und Analyseverfahren. Ich stimme nicht in den allgemeinen Chor der Mainstream-Experten und Börsenmagazine mit ein, sondern werde diese immer wieder kritisch hinterfragen.
„Allgemeingültige“ Börsenweisheiten stelle ich auf den Prüfstand. Gewinne bei kalkulierbarem Risiko genießen bei mir oberste Priorität. Nur wenn das Chance- / Risikoverhältnis stark zu meinen Gunsten steht, werde ich mutig. In kritischen Börsenphasen halte ich mich zurück, bis der Nebel sich lichtet. Der Kapitalerhalt hat oberste Priorität.
Meine Anlagephilosophie
- Eine fundamentale Einschätzung muss immer von der Technischen Analyse bestätigt werden. Eine viel versprechende Aktie sollte nicht nur durch ihr gutes Zahlenwerk glänzen, sondern auch durch Kurssteigerungen. Wenn eine fundamental attraktive Aktie fällt, ist Vorsicht angebracht.
- Kurse bewegen sich in Trends. Menschen verhalten sich in der Masse sehr ähnlich. Viele fühlen sich nur dann wohl, wenn ihre Meinung vom Kursverlauf bestätigt wird. Ein Trend setzt sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fort, als dass er sich umkehrt. Es gilt das Prinzip the trend is your friend.
- Die Geduld auf den richtigen Augenblick zu warten, entscheidet über den Erfolg. Nicht jeder Tag ist ein guter Tag, um Wertpapiere zu kaufen. Wenn die Märkte korrigieren oder sich in einer Baisse befinden, fallen zwangsläufig die meisten Titel. Dann ist es an der Zeit, sein Geld in Sicherheit zu bringen und geduldig zu warten, bis sich das Börsenwetter wieder aufhellt.