Geld verdienen mit Aktien

Solaraktien am Scheideweg

Die Bundesregierung macht ernst mit der Kürzung der garantierten Abnahmepreise für Solarstrom. Prompt purzelten die Kurse. Aber das kennen wir ja. Die Aktien der Platzhirsche Solarworld und Q-Cells sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Schwindende Gewinnmargen angesichts der Massenproduktion aus Asien führen zu einer dramatischen Neubewertung der Modul- und Zellenhersteller. Die wirtschaftliche Realität liefert jetzt unübersehbar die Begründung, warum die prominenten Solaraktien schon seit zwei Jahren an Fallsucht leiden.

Die hohe Aktienbewertung war angemessen für ein Unternehmen mit Technologieführerschaft und exklusivem Know-how, aber im Zuge der „Kopierbarkeit“ und einsetzenden Gewinnerosion nicht haltbar. Ironischerweise wurde mit deutschen Steuergeldern der Fall beschleunigt und asiatische Billiganbieter subventioniert. Das war politisch sicher nicht beabsichtigt. Insofern ist eine Korrektur der hiesigen Solarförderung dringend geboten.

Keine Frage, der Solarenergie gehört die Zukunft. Wenn man die heimische Solarbranche effektiv fördern möchte, empfehle ich einen Blick über den großen Teich nach Amerika. Dort hat man sich ein cleveres Steuererstattungssystem ausgedacht, um förderwürdige Projekte im eigenen Land zu halten und vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen.

Wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet?

Pikanterweise fällt fast alles, was mit der Solarbranche in Verbindung gebracht wird. Ich frage mich, ob der Markt in einem ersten Anflug von Panik nicht differenziert zwischen Modul- bzw. Zellenherstellern auf der einen Seite, und hoch spezialisierten Solar-Ausrüstern auf der anderen Seite. Gerade letztere scheinen über einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der asiatischen Konkurrenz zu verfügen. Exklusives Know-how, das nicht mal eben kopiert werden kann, ist der beste Schutz für die Wahrung einer hohen Gewinnmarge.

Ich bin sehr gespannt, ob der Markt, wenn sich die Wogen geglättet haben, den Solar-Ausrüstern eine höhere Bewertung zutraut. Es wäre nicht das erste Mal, dass eine ganze Branche in Sippenhaft genommen wurde.

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