Alternativen Energien gehört die Zukunft. Kein Wunder, dass sie in der Gunst der Anleger hoch im Kurs stehen. Aber es gibt Phasen, wo selbst die vermeintlich unschlagbaren Marktführer keiner haben will. Seit einigen Wochen entwickeln immer mehr Solaraktien Aufwärtsdrang. Handelt es sich um ein Strohfeuer nach den Kursverlusten oder steckt mehr dahinter?

Wer in Solaraktien investiert, braucht ein Gespür für die Trends in der Solarbranche. Das reicht jedoch nicht aus, um ein erfolgreicher Solarinvestor zu sein. Die Formel „Zukunftsbranche + tolles Unternehmen = gewinnbringende Aktie“ ist kein Gewinnautomatismus. Warum?

  1. Die Börse handelt die Zukunft. Investoren schätzen die Zukunft einer Branche zu rosig ein, sodass die Aktienkurse der Realität weit vorausgeeilt sind. Die Kurse kommen nicht mehr richtig vom Fleck. Gibt es gar enttäuschende Unternehmensnachrichten, purzeln die Kurse. Die KursFANTASIE verfliegt. Wirtschaftliche Realität und Kursverlauf befinden sich nicht im Einklang. Wird die Divergenz zu groß, sorgt der Markt für eine Korrektur.
  1. Ein „tolles Unternehmen“ wird häufig gleichgesetzt mit Blue Chip oder Leader in einer Branche. Der Status Blue Chip suggeriert eine sichere Anlage. Das ist Unsinn. Als Aktionär müssen Sie andere Überlegungen anstellen als die Angestellten eines Großkonzerns, die sich relativ sicher fühlen bei einem Blue Chip beschäftigt zu sein (was den eigenen Arbeitsplatz angeht). Stellen Sie sich als Anleger die Frage: handelt es sich um einen (Massen-) Produzenten mit einem leicht kopierbaren Geschäftsmodell oder einen Spezialanbieter mit einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil, der ihn vor einer Margenerosion schützt und die Gewinne langfristig sprudeln lässt?

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Die unter Punkt zwei angesprochene Differenzierung in Massenproduzent und Spezialanbieter führte zu einer Zweiteilung bei der Aktienkursentwicklung. Massenproduzenten wie Solarworld oder Q-Cells haben vom Allzeithoch massiv an Wert verloren. Zu Recht. Zwar übertreibt die Börse gerne, aber die durch den asiatischen Wettbewerb einsetzende Margenerosion rechtfertigte keine Marktbewertung wie zu Bestzeiten. Jetzt haben die Big Player ein Niveau erreicht, das wieder Raum lässt für positive Überraschungen, aber nur, wenn das Geschäft floriert.

Ein Blick auf die Spezialanbieter lohnt sich. Unternehmen wie Roth & Rau oder Manz Automation haben die Solaraktienkrise besser überstanden. Ohne Kursverluste ging es natürlich auch hier nicht. Die Erwartungen waren der Realität weit vorausgeeilt. Dank des Know-hows, das nicht so leicht zu kopieren ist von Billiganbietern aus Fernost, bauen die Aktien Stärke auf. Eine steigende Linie in dem Ratio-Chart zeigt, dass sich die betrachtete Aktie besser entwickelt als der Deutsche Aktienindex. Auftragseingänge untermauern fundamental das technische Bild.

Solarinvestoren brauchen mehr denn je

  • ein Gespür für die Trends innerhalb der Solarbranche,
  • ein gutes Zahlenverständnis über die Auswirkungen der Margenerosion,
  • ein Mindestmaß an Timing
  • und Berücksichtigung des Antizipationsmechanismus der Börse.