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Währungsabsicherung ja oder nein?

Währungsabsicherung ja oder nein?

Es kommt darauf an

Anlagen in nicht heimischer Währung beeinflussen die Rendite. Gewinnt die Anlagewährung an Stärke gegenüber der Heimatwährung, wirkt sich das positiv aus. Im umgekehrten Fall schmälert es die Rendite.

Diese Erfahrung mussten €-Anleger beispielsweise in Goldinvestments machen. Gold wird wie nahezu alle Rohstoffe in US-Dollar fakturiert. Während die Amerikaner sich über neue Höchststände beim edlen Metall freuen konnten, verweilen €-Anleger noch unterhalb des Kursgipfels.

Gold: Höhenflug in US-Dollar

Gold: noch kein neues Hoch aus Sicht eines €-Anlegers. Hier zeigt sich der Einfluss der Wechselkursschwankungen.

Soll man nun absichern?

Das kommt darauf an. Bei der Beantwortung müssen Sie eine klare Meinung zu folgenden Punkten haben:

  1. Wie schätzen Sie die Entwicklung ein? Wechselkursabsicherung ist immer auch eine Frage des Markttimings!
  2. Absicherungen kosten Geld. Faustregel: je exotischer die Währung bzw. das Produkt, desto kostspieliger.

Auch wenn die „Theorie“ zur Währungsabsicherung rät, halte ich mich diesbezüglich stark zurück. Zu oft habe ich in meiner Tätigkeit als Pensionsfondsmager bei Kollegen gesehen, dass im ungünstigen Moment die Währungen abgesichert wurden. Der Schuss ging nach hinten los. Hinzu kamen die Kosten der Währungsabsicherung.

Ich halte es einfach: Je breiter ich international investiert bin, desto überflüssiger ist eine Wechselkursabsicherung. Internationale Großkonzerne wie McDonalds oder BAT erzielen Erlöse in unterschiedlichen Währungsräumen. Das dämpft das Wechselkursrisiko.

Im umgekehrten Fall, je einseitiger man in einer ausländischen Währung investiert ist, desto eher sollte man sich über eine Wechselkursabsicherung Gedanken machen – jedoch nur wenn man langfristig Wechselkursverluste erwartet. Ein €-Anleger, der ausschließlich in binnenwirtschaftlich orientierte japanische Firmen investiert, ist ein solches Extrembeispiel.

Ein Brief aus der Schweiz

Kürzlich schrieb mir ein Kunde aus der Schweiz, dass er sein Depot nicht einem größeren Euro-Wechselkursrisiko aussetzen möchte. Das ist verständlich beim Blick auf den folgenden Chart:

Starker Schweizer Franken

Eine Möglichkeit sein Depot zumindest annähernd abzusichern, bieten entsprechende Devisenoptionsscheine oder Zertifikate. Wie so etwas generell funktioniert, habe ich in meinem Börsenblog beschrieben (Depotabsicherung). Es ist ein wenig knifflig. Wer darüber nachdenkt, sollte seinen Bankberater bitten, eine kostengünstige Lösung zu erarbeiten. Bestehen Sie auf eine Sensitivitätsanalyse („was-wäre-wenn-Szenarien“), um die Chancen und Risiken einschätzen zu können.

Ferner beabsichtigt der Kunde aus der Schweiz, ETFs zu erwerben. Auch hierbei möchte er das Euro-Wechselkursrisiko minimieren. In dem Fall empfehle ich, diese an der Schweizer Börse oder über seine Hausbank in Landeswährung zu erwerben. So fällt der Umweg über den Euro weg. An der Swiss Exchange gibt es ein reichhaltiges Angebot an ETFs:

Natürlich bleiben die landestypischen Währungsschwankungen erhalten. So fällt beispielsweise bei einem Investment auf den Goldminenindex HUI (US-Dollar Handelswährung) nur der Umweg über den Euro in den Schweizer Franken weg.

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