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Agrarrohstoffe langfristig weiter aussichtsreich

Steigende Lebensmittelpreise bergen Konfliktpotential. Besonders hart trifft es die Entwicklungsländer. Schon jetzt wird dort mehr als die Hälfte des Einkommens für die Nahrungsmittel des täglichen Bedarfs aufgewendet. In einigen Ländern fehlen nur noch ein paar Prozentpunkte, bis das gesamte Einkommen aufgezehrt ist.

Steigende Rohstoffkosten verteuern Lebensmittel. Nach bisherigen Erfahrungen führt eine Verdopplung der Rohstoffpreise durchschnittlich zu einem Viertel höheren Lebensmittelpreisen. Natürlich ist das nur eine Faustformel, die der Vielschichtigkeit nicht gerecht wird. Sie soll nur daran erinnern, dass die Rohstoffkosten gedämpft bei uns ankommen.

Abbildung oben: Der Future für Sojabohnen. Das wilde Auf und Ab ist gekennzeichnet durch Klimaeinflüsse, Fehleinschätzungen der Marktteilnehmer etc. Langfristig wirken die fundamentalen Haupteinflussfaktoren kurstreibend. Rechnet man die Inflation heraus, sind die Agrarrohstoffe im Vergleich zu den Edelmetallen noch tief am Boden.

Bei Preisspitzen müssen regelmäßig die bösen Spekulanten als Sündenbock herhalten. Das Argument ist populistisch und geht an der Realität vorbei. Kurzfristig kann Spekulation für Übertreibungen in beide Richtungen sorgen, langfristig treten fundamentale Gründe in den Vordergrund. Spekulation ist nicht die Ursache, sondern eine Begleiterscheinung. Nicht unterschätzt werden darf, dass Produzenten und Lebensmittelkonzerne, die keine spekulativen Absichten haben, mit ihren Einschätzungen falsch liegen und den Markt unbeabsichtigt bewegen.

Die wachsende Weltbevölkerung, Nachfrage nach Biokraftstoffen, Verödung ganzer Landstriche und die steigenden Konsumentenwünsche führen langfristig zu einem Preisdruck, dem das Angebot nur mit erheblichen Anstrengungen folgen kann. Kurzfristig könnten international abgestimmte Maßnahmen und eine ausreichende Bevorratung Preisspitzen abfedern.

Eine effizientere Verwaltung  insbesondere in den Entwicklungsländern ist dringend geboten. Ergänzt durch eine multinationale „Taskforce“, die bei Lebensmittelengpässen die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt. Intensivierung des praxisorientierten Know-how Transfers für den nachhaltigen Anbau dringend benötigter Grundnahrungsmittel. Abgestimmt auf die länderspezifischen Besonderheiten. All das sind Prozesse, die Zeit benötigen. Solange die fundamentalen Faktoren die Nachfrage schneller treiben als die Angebotsseite folgen kann, sollten sich Investoren auf steigende Agrar- und Lebensmittelpreise einstellen.

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