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George Soros verschreckt Gold-Fans

George Soros verschreckt Gold-Fans

Für Wirbel an den Rohstoffmärkten sorgten die Goldverkäufe des US-Starinvestors George Soros. Nach Berichten der US-Börsenaufsicht SEC belaufen sich die Verkäufe auf rund 800 Millionen USD in den letzten Monaten. Bekommt der Goldbulle kalte Füße? Schon seit längerem äußert er sich skeptisch zu den Edelmetallen. Jetzt hat er Fakten geschaffen.

Soros ist nicht irgendwer. Der Multi-Milliardär wurde zusammen mit Bill Rogers bekannt durch den legendären Quantum Fund. Dessen atemberaubende prozentual vierstellige Gewinnentwicklung spricht für sich. Richtig berühmt wurde er jedoch erst durch seine erfolgreiche Spekulation gegen das britische Pfund.

Ist es an der Zeit die Goldparty zu verlassen? Ganz anderer Ansicht ist der Hedgefunds-Star John Poulson, der sich eine goldene Nase beim Immobiliencrash in 2008 verdiente. Schlappe vier Milliarden strich er an Gewinnbeteiligungen ein, weil er rechtzeitig das Debakel hat kommen sehen. Er schwört weiterhin auf Gold. Höhere Notierungen seien sehr wahrscheinlich. Wer hat denn nun Recht?

Angesichts maroder Staatsfinanzen, fehlender Haushaltsdisziplin, einer lockeren Geldpolitik und niedrigen Zinsen fällt es schwer an ein Ende der Goldhausse zu glauben. Man darf jedoch nicht vergessen, dass alles Bekannte bereits in den Kursen drin ist. Es muss schon noch schlimmer kommen als sich die Anleger in ihren kühnsten Träumen ausmalen, damit Gold weiter befeuert wird.

Das Ende eines Bullenmarktes wird eingeläutet, wenn keiner mehr davon spricht und die Kurse parabolisch nach oben schießen. Wir haben einen schönen Aufwärtstrend bei den Edelmetallen, aber parabolisch ist er noch nicht.

Gut möglich, dass beide Starinvestoren Recht bekommen – es ist auch eine Frage der Anlageperspektive! Während Poulson langfristig argumentiert, könnten Soros Verkäufe kurz- bis mittelfristig motiviert sein. Schließlich handelte es sich, sofern ich das richtig interpretiert habe, nicht um 800 Mio. USD in physischem Gold, sondern Derivate und goldaffine Finanzkonstrukte.

Solche Instrumente werden durchaus mal getradet, um sich später zu ermäßigten Preisen eindecken zu können. Wir dürfen nicht vergessen, dass Soros legitime Eigeninteressen verfolgt. Wenn jetzt die Nachricht über seine Verkäufe die Anleger verschreckt, hat er seine Schäfchen bereits vor Monaten ins Trockene gebracht und lauert auf Investmentchancen. Wer weiß, vielleicht greift er zu, wenn eine nervöse Gold-Fangemeinde für Panikattacken sorgt. Dann werden wir es wieder erst Monate später erfahren, was Mr. Soros clever eingefädelt hat.

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