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Deutschland im SSV

Alles muss raus! Wer kennt ihn nicht, den Slogan zum (inoffiziellen) Sommerschlussverkauf. Den gleichen Eindruck erweckt unser DAX. Kaum ein anderer Markt hat seit August so viel verloren wie das heimische Börsenbarometer. Erst seit den Interessensbekundungen der Chinesen konnte wieder Boden gut gemacht werden.

Der obige Chart zeigt die Schwäche des DAX im Vergleich zur Wall Street. In Amerika, das gelinde gesagt ebenfalls über ein „kleines“ Schuldenproblem verfügt, haben sich die Börsen erheblich besser gehalten. Jetzt kann man den Faden weiterspinnen. Was passiert mit DAX & Co, wenn die US-Börse richtig einbricht? Hier kann ich Sie ein wenig beruhigen. Es war schon immer so, dass der deutsche Markt überproportional reagierte, aber die Lücke nach unten nicht zwangsläufig geschlossen wurde.

Das Ganze wird grotesk, wenn man die Fundamentaldaten betrachtet. Im Juli stieg die Industrieproduktion in Deutschland um stolze 4,5 Prozent. Die Automobilbranche vermeldet immer noch ein Highlight nach dem anderen. Noch hat kein Weltkonzern seine Prognosen signifikant nach unten geschraubt. Man spricht zwar von gewissen Unsicherheiten, aber ist das ein Wunder bei dem Politik-Theater? Jetzt kann man einwenden, dass die Zahlen Schnee von gestern sind und das zukünftige Wachstum erheblich niedriger sein wird. Der Einwand ist berechtigt. Am Ende eines Konjunkturzyklus sind die Gewinnschätzungen regelmäßig zu hoch, da die Margen einbrechen. Dann stellen sich im Nachhinein heute optisch niedrige KGVs als viel höher heraus.

Warum fällt der Dax so schnell? Der deutsche Markt wird gerne von großen amerikanischen Adressen zur Liquiditätsbeschaffung genutzt. Die Valutierung dauert zwei Tage. Das ist immer noch kein Standard an den Weltmärkten. Der mögliche Staatsbankrott Griechenlands wird häufig als Hauptgrund genannt. Das sehe ich anders. Griechenland ist wirtschaftlich zu klein, um Europa aus den Angeln zu heben. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund. Ich gehe davon aus, dass eine Insolvenz Spaniens und Italiens eingepreist wird. Dann fällt der nächste große Dominostein Deutschland. Davor haben die Märkte Angst.

Trifft die These zu, dann könnte schon eine halbwegs geordnete Insolvenz Griechenlands zu einer Erholungsrallye führen. Jetzt kommen die Chinesen ins Spiel. Sie haben genügend Devisenreserven, um Stützungskäufe europäischer Anleihen durchzuführen. Allein die Ankündigung sorgte für eine Erholung an den europäischen Börsen. Machen die Chinesen ernst mit den Ankäufen (ich gehe davon aus), könnte das schlagartig die Meinung weiterer kapitalkräftiger Investoren ändern. Dann besteht die Chance, dass eine mehrwöchige Rallye an den Märkten losgetreten wird.

Fazit: Achten Sie mit Argusaugen darauf, ob die Märkte positiv auf eine solche Entwicklung reagieren. Wenn das der Fall sein sollte, gewinnt das obige Szenario an Bedeutung.

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