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Stericycle: Saubermann für Ärzte und Kliniken

Stericycle: Saubermann für Ärzte und Kliniken

Spezialentsorger für medizinische Abfälle

Im Sommer 1987 wurden massenweise gebrauchte Spritzen, Blutbeutel, Gaze und andere Gegenstände an den Stränden von New Jersey angespült. Der gefährliche, weil infektiöse Abfall kostete New Jersey rund 1 Milliarde US$, da die Strände aus Gründen der öffentlichen Sicherheit geschlossen werden mussten. In Reaktion darauf erlies der Kongress ein Gesetz zur Behandlung medizinischer Abfälle: den Medical Waste Tracking-Act von 1988.

Krisenresistentes Geschäftsmodell

Diese Vorkommnisse inspirierten einen unternehmerisch ambitionierten Arzt, Dr. James Sharp, einen Businessplan für ein Entsorgungsunternehmen zu entwerfen, das sich der vielfältigen Probleme annimmt, die mit medizinischen Abfällen verbunden sind. Schließlich fand er Investoren und gründete zusammen mit dem Geschäftsmann David Lane und einem Startkapital von gut 7 Millionen US$ im März 1989 in Delaware die Stericycle Inc.

Patentgeschütztes Recycling-Verfahren sichert Topposition im Wettbewerb

Bereits 1990 sicherten sich die Gründer ein professionelles Management für ihr junges, aber ambitioniertes Unternehmen. Jack W. Schuler, ein erfahrener Manager bei dem Pharmariesen Abbott Laboratories, wurde Vorsitzender des Vorstands. Neben wertvollen Kontakten aus seiner Zeit bei Abbott brachte Schuler vor allem ein Patent mit: das Patent für die EDT-Technologie, ein spezielles Verfahren, mit dem Stericycle das erste Unternehmen in der medizinischen Abfallindustrie wurde, das als Endprodukt einen wiederverwertbaren Wertstoff herstellte.

Aufstieg zur Nr. 1

Seither macht das Unternehmen ein Geschäft aus dem, was andere nicht mehr brauchen können. Der US-amerikanische Spezialist für medizinische Abfälle traf den Bedarf der Zeit und sorgte nicht nur für eine den neuen Regularien entsprechende Abfallbeseitigung, sondern schrieb sich auch das Recycling und eine umfassende Betreuung der Kunden auf seine Fahnen. Schritt für Schritt holte sich das Unternehmen so immer mehr von dem medizinischen Müll-Markt in den USA und schluckte dabei einen Wettbewerber nach dem anderen, bis es Ende der 90er Jahre zur Nummer 1 im Heimatmarkt für medizinische Abfälle aufgestiegen war.

Geglückte Internationalisierung

Heute betreibt der hierzulande bislang nur wenigen bekannte Konzern integrierte Managementsysteme für medizinische Abfälle in den Vereinigten Staaten, Argentinien, Brasilien, Chile und Mexiko. In Europa ist Stericycle in Großbritannien, Irland, Portugal, Spanien und Rumänien mit eigenen nationalen Netzwerken präsent. Auf dem asiatischen Kontinent ist der Medizinmüll-Manager in Japan aktiv.

Weltweite Präsenz

Dabei sorgen rund 10.000 Mitarbeiter an den über 300 Stützpunkten für die ordnungsgemäße Sammlung, einen sicheren Transport und ein regelgerechtes Recycling bzw. eine angemessene Entsorgung. Gut eine halbe Million Kunden zählt das Unternehmen weltweit, rund 16.000 davon sind Krankenhäuser, Blutbanken und Pharmaunternehmen, die aufgrund ihres hohen Müllaufkommens zu den Großkunden zählen. Die überwiegende Mehrheit aber bilden kleinere Einheiten wie etwa Arztpraxen, Apotheken, Pflegeeinrichtungen und medizinische Labore.

Seit 1996 ist Stericycle an der Technologiebörse NASDAQ gelistet, die Aktie hat seither eine beeindruckende Entwicklung vorgelegt. Mit der weiteren Internationalisierung dürfte noch mehr drin sein.

Weitere Informationen zum Unternehmen Stericycle und zur Aktie (externer Link zur Firmenseite)

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