Geld verdienen mit Aktien

Informationsdiät und das Wunschdepot

Informationsdiät und das Wunschdepot

Anregungen zum Depotaufbau

Sehr geehrter Herr Aschoff, 

ich bin seit kurzem Kunde ihres Investment Börsendienstes und hab mich in letzter Zeit recht intensiv mit der Thematik befasst. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sind bei mir ein paar Fragen aufgetaucht, die mich verunsichern. Daher bin ich so frei und wende mich nun mit diesen Fragen oder Anliegen direkt an Sie. […]

Frage 2+3: In der Beschreibung des Strategiedepots und im Positionsaufbau finde ich […] zwei Aussagen, die mich etwas verunsichern, da sie je nach Interpretation als Widerspruch empfunden werden können. Es handelt sich um folgende Aussagen (gekürzt):

  • Positionsaufbau: Bilden Sie das Depot insgesamt nach.
  • Strategiedepot: Stellen Sie ihr Wunschdepot zusammen. Mischen erwünscht.

Mischen erwünscht

Wie ist die Aussage mit der Nachbildung „insgesamt“ zu verstehen? Bezieht sich diese Aussage auf alle Depots (inkl. ETF Allokator + Equity Hunter), oder nur auf die Strategiedepots oder sogar nur auf ein einziges Musterdepot? Ich hab erst zwei Werte […]. Meine Idee ist es, verteilt auf Monate oder 1-2 Jahre (je nach Entwicklung) etwa 6-8 Werte für langfristige Positionen aufzubauen und etwa 30% des Anlagevermögens in mittelfristige oder ggf. auch kurzfristige Positionen einzusetzen. Ich würde mich dabei nicht auf ein bestimmtes Depot fokussieren, sondern bedarfsweise aus den verschiedenen Depots mir was zusammenstellen und auch unterschiedliche Branchen berücksichtigen. Spricht aus ihrer Erfahrung etwas gegen dieses Vorgehen?

Frage 4: Die Aktien- bzw. Branchenwahl ist ja auch abhängig vom Konjunktur- bzw. Aktienmarktzyklus. Für Langfristanlagen ist das wohl eher zweitrangig.  Für ein Neueinsteiger und den damit verbundenen Positionsaufbau dürfte dies aber doch noch wichtig sein. Die Theorie zum Makrowellenansatz hierzu ist mir aus entsprechender Literatur bekannt, ich sehe mich aber nicht wirklich in der Lage dies so umzusetzen, weil ich weder die Zeit noch die Fähigkeit habe, aus all den Wirtschaftsdaten herauszufiltern, in welchem Aktienmarkzyklus wir uns jetzt befinden. Wäre es Ihnen möglich hierzu in ihren Ausgaben punktuell Stellung zu nehmen und ggf. auch auf entsprechende Branchenumschichtungen hinzuweisen?

So, jetzt mach ich aber endlich Schluss. Ich hoffe Sie ärgern sich nicht über meine vielen Fragen und Anliegen und finden gelegentlich Zeit darauf kurz einzugehen. Herzliche Grüsse aus der Schweiz

Antwort:

Vielen Dank für die ausführlichen und fundierten Fragen! Ich bin beeindruckt, wie intensiv Sie sich mit der Materie  beschäftigt haben. […] Auf die Frage eins wurde in den anderen Leserbriefen eingegangen. Hinsichtlich der in den Fragen zwei und drei angesprochenen Punkte bitte ich zu berücksichtigen, dass meine Empfehlungen nur Anregungen sind. Jeder Mensch ist anders. Es ist genauso wichtig, sich nur das herauszupicken, was zur eigenen Anlagementalität passt. Fühlt man sich schon in guten Zeiten mit seinem Wertpapierdepot nicht wohl, was passiert dann in unruhigen Börsenzeiten?

Achten Sie zusätzlich auf eine

Das gilt ganz besonders für die Trendfolge-Handelssysteme. Bei einem erstmaligen Depotaufbau würde ich niemals eine so große Position in Richtung Venezuela aufbauen! Kommt es nach dem Ersteinstieg ausgerechnet in Venezuela zu einem kräftigen Rücksetzer, reißt eine hoch gewichtete Position das junge Depot wie ein Mühlstein am Hals herunter. Wer von Anfang an dabei war, konnte mit der ursprünglich überschaubaren Position „mitwachsen“ und Gewinne ansammeln. Denken Sie bitte immer zuerst an das Verlustrisiko, dann an die Gewinnchancen.

Informationsdiät

Infotainment statt Informationen

Auch bei Frage vier sitzen wir im gleichen Boot. Mir ist die Zeit zu wertvoll, um mich mit der unerschöpflichen Deutung der vielen belanglosen Wirtschaftsnachrichten zu beschäftigen. Ich ziehe eine Informationsdiät (Konzentration auf Pivot Ereignisse) und systematische Vorgehensweise im Einklang mit dem Markt vor. Von daher findet im Rahmen der Strategie automatisch eine Berücksichtigung der Branchen statt.

Hausse, Baisse oder was darf es sonst noch sein?

10 Experten, 11 Meinungen

Die Markt-Matrix ist die Antwort auf eine komprimierte Einschätzung der Marktphase. Ist es wirklich wichtig, ob die Experten das Marktgeschehen mal als Hausse, Blasenbildung, zyklische Baisse, Liquiditätshausse, Konjunkturfrühling usw. beschreiben?

Stille Post

Ist es nicht klüger, anhand des wirklichen Marktgeschehens eine generelle Handlungsmaxime abzuleiten? Die „Deutung der Meinungen der Meinungen“ ist ein heikles Unterfangen. Als Kind haben wir „stille Post“ gespielt und uns gewundert, was am Ende herauskam…

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