Geld verdienen mit Aktien

Inflation? Deflation?

Inflation? Deflation?

Anleger in der Zwickmühle

Die große Inflation ist ausgeblieben. Kritiker warnen, dass die Gefahr nicht gebannt sei. Die expansive Geldpolitik lege den Grundstein für explodierende Preise. Andere Experten, in der Minderzahl, halten dagegen und sehen Deflationsgefahren. Oder erwartet uns beides? Und in welcher zeitlichen Reihenfolge? Wichtige Fragen, die entscheidend sind für den Anlageerfolg.

Achten Sie auf die Notenbank

Der EZB-Chef Draghi fühlt sich gewappnet für beide Eventualitäten. Auch wenn er eine längere Phase niedriger Inflation sehe, habe die Notenbank schlagkräftige geldpolitische Waffen, um unerwünschte Abweichungen in beide Richtungen zu bekämpfen. Recht hat er, aber ob das immer gelingt?

Gemecker über expansive Geldpolitik

Viele Experten schimpfen über seine (und die der Amerikaner) Notenbankpolitik. Natürlich gibt es Risiken. Doch wo stünden wir heute, wenn Herr Draghi vor zwei Jahren nicht die de facto „Garantieerklärung“ für alle europäischen Krisenstaaten gegeben hätte? Die Politiker waren uneins und scheuten notwendige Maßnahmen.

Kompliment, Herr Draghi!

Draghi hat zum richtigen Zeitpunkt der Schuldenkrise einen Stoß verpasst, sodass sich ein Zeitfenster für heilende Maßnahmen öffnete. Ohne sein beherztes Eingreifen wäre Europa wahrscheinlich durch den noch härteren Weg der Deflation gestolpert. Ökonomisch kann man das als „selbstheilende Kräfte des Marktes“ verharmlosen, aber erklären sie das den Menschen, die darunter am meisten zu leiden hätten. Die Krise ist so schon schlimm genug.

Probleme nicht gelöst

Zurück zu der Frage, wie man sich als Anleger verhalten sollte. Schließlich brodeln immer noch Schuldenprobleme und andere Unwägbarkeiten. Eine Möglichkeit besteht darin, weiter die zahlreichen Berichte, Analysen und Expertenmeinungen zu verfolgen. Fragen Sie zehn Experten, dann bekommen Sie elf Meinungen.

Informationsdiät

Falls Sie der Meinung sind, dass das Zeitverschwendung ist und nur zu geistiger Verwirrung führt, kann ich das gut nachvollziehen. Ich habe mir seit Langem eine Informationsdiät verschrieben. Achten Sie auf die mächtigen Marktteilnehmer. Dazu gehören die Notenbanken. Sie können die Märkte in bestimmte Richtungen stoßen. Es gibt weitere Institutionen und Einflussgrößen, aber das würde hier zu weit führen.

Top-Experte Mr. Market

Ein weiterer sehr wichtiger Experte, dem ich aufmerksam zuhöre, ist der Markt. Er gibt Hinweise, wohin die Entwicklung gehen könnte, lange bevor die menschlichen Experten darüber berichten. Ein Beispiel dazu, der Schuldenkrisenindikator frei nach Draghi.

Schuldenkrisenindikator frei nach Draghi

Im meinem Börsenblog hatte ich Anfang Oktober 2012 auf diese Besonderheit hingewiesen. Der Schuldenkrisenindikator hat seitdem eine ständige Rubrik in den Investment Ideen. Worum geht es konkret? Die Äußerungen Draghis und die Reaktionen der Europäischen Zentralbank deuteten damals darauf hin, dass Renditen europäischer Staatsanleihen über sieben Prozent als kritisch eingestuft wurden.

Schuldenkrisenindiktor frei nach Draghi zeigte rechtzeitig die Entspannung an

Abbildung oben: Entspannung an den Anleihemärkten statt Krisenstimmung.

Mit der gleichzeitigen de facto Garantieerklärung vor Weihnachten 2012 war das ein Hinweis, dass die Notenbanken spätestens bei diesem Niveau stützend eingreifen würden. Der Indikator hat wunderbar funktioniert. Während viele Fachleute die Eurokrise weiter dramatisierten, zeigte der Experte Mr. Anleihemarkt längst eine Entspannung der Eurokrise an.

Aktienmärkte haussierten in der Skepsis

Wer auf Mr. Anleihemarkt achtete, wurde von der Aktienrallye inmitten der europäischen Untergangsszenarien nicht völlig überrascht. Oder man konzentriert sich gleich auf Qualitätsaktien, die ihren Weg gehen. Das erspart einem noch mehr Gedankenakrobatik.

Mastercard profitiert vom Kreditexzess

Abbildung oben: Angesichts der Schuldenkrise fast schon unverschämt – Mastercard und andere Kreditkartenfirmen boomen. Die Aktionäre sind begeistert.

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