Social-Trading, Wikifolio und andere Finanzinnovationen

Selbst ist der Anleger

Wir leben in einer Zeit, wo die digitale Revolution uns Möglichkeiten beschert, die vor Jahrzehnten unvorstellbar waren. Welche davon sich als Irrweg entpuppen und welche davon dauerhaft Nutzen stiften, wird die Geschichte zeigen. Auf jeden Fall lohnt es sich, aufgeschlossen und kritisch die neuen Herausforderungen willkommen zu heißen.

Fonds, Wikifolio oder…

Wir Anleger haben heute die Qual der Wahl. Dazu möchte ich einen Auszug aus einem Leserbrief wiedergeben, der mich vor längerer Zeit erreicht hat. Jetzt, da die angesprochenen Entwicklungen eine gewisse Anlaufphase überstanden haben, möchte ich mit einem ergänzenden Kommentar darauf zurückkommen.

Sehr geehrter Herr Aschoff,

ich habe Ihre Investment Ideen abonniert und frage mich gerade, ob Sie nicht einen entsprechenden Fonds oder einfacher, ein Wikifolio auflegen könnten?

[…]

Was halten Sie davon? 

Beste Grüß, P. H.

Antwort:

Es schwappen aus Amerika immer wieder Ideen herüber (circa 5-10 Jahre zeitversetzt). Einige davon, die dem kundigen Anleger interessante Instrumentarien an die Hand geben.

Ja, Fonds betreue ich, jedoch keiner mit einer auf den Börsendienst festgelegten Strategie (mehr kann ich dazu nicht sagen aus Gründen der Vertraulichkeit).

Unabhängig von Wikifolio gefallen mir folgende Punkte grundsätzlich nicht:

  • Derivate statt echte Aktien
  • Emittentenrisiko
  • Preissetzung durch Drittpartei (Broker), nicht Börse
  • Eingeschränktes Anlageuniversum
  • Wie steht es um die Stabilität der Handelsplattform in Extremzeiten?

Startphase überstanden

Wikifolio feiert seinen dritten Geburtstag und scheint sich unter Aktienfans einer steigenden Beliebtheit zu erfreuen. Keine Frage, von solchen technischen Möglichkeiten haben wir zu Zeiten des Neuen Marktes nur geträumt!

Eigene Erfahrungen unbezahlbar

Social-Trading kann eine Bereicherung sein für fachlich versierte Anleger. Es darf nicht als Freifahrtschein für leichte Kursgewinne missverstanden werden. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Es kommt darauf an, für sich das Beste aus den vielen Möglichkeiten herauszupicken und den eigenen Anlageweg zu gehen.

Alles hat seine Vor- und Nachteile

Wie heißt es so schön, probieren geht über studieren. Es wird weniger schmerzhaft, wenn es gelingt, aus den Erfahrungen und Fehlern anderer zu lernen, um nicht in jede Börsenfalle kopfüber hineinzuspringen.

Aktien-Steinzeit

Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich als Dreikäsehoch meine Nase an den Schaukasten der Bank drückte, um die Kassakurse zu studieren. Ganz zu schweigen von eigenen Kurscharts oder Aktienhandel in Übersee für ein paar Dollars! Es gab für Ottonormalbürger nur den Kassahandel zu horrenden Konditionen. Die Telebörse mit Friedhelm Busch war Pflichtprogramm und auf jeden Fall unterhaltsam. Heute wird lässig auf der Zugspitze das Smartphone gezückt…

Kein Preis ohne Schweiß

Der informierte Aktienanleger von heute hat zahlreiche Möglichkeiten, seine Vorstellungen preiswert und professionell umzusetzen. Eins hat sich jedoch nicht geändert: Vor dem Erfolg steht der Schweiß! Kein Preis ohne Fleiß. Ob Social-Trading, Onlinebroker oder Analysesoftware – all die Hilfsmittel nehmen einem nicht die Anlageentscheidung ab. Geldanlage ist bis zur letzten Instanz Chefsache geblieben. Und wer ist sein bester Chef? Genau!

PS: Als leidenschaftlicher Aktienfan werde ich mir am Wochenende die neuesten Entwicklungen rund um Social-Trading & Wikifolio intensiv anschauen. Wenn es die Zeit erlaubt, veröffentliche ich ab Montag meine Gedanken zu Wikifolio.