Chemed –  „Rohr frei!“ und Hospizdienste

Wie bitte?

Der in Cincinatti im US-Bundesstaat Ohio ansässige Konzern Chemed fungiert als Dachgesellschaft für die beiden Tochterunternehmen VITAS Healthcare und Roto-Rooter. Diese beiden Firmen engagieren sich in komplett unterschiedlichen Branchen.

VITAS Healthcare mit Sitz in Miami, Florida, erzielt mit Hospizleistungen Umsätze. Roto-Rooter bietet Equipment und Dienstleistungen im Bereich der Kanal- und Rohrreinigung an. Mit diesen Unternehmen generiert Chemed einen Jahresumsatz von rund 1,7 Milliarden US-Dollar, etwa 15.700 Beschäftigte arbeiten für den Konzern.

Chemed mit den ungewöhnlichen Geschäftsmodellen

VITAS Healthcare: professionelle Sterbebegleitung

Die meisten Angestellten beschäftigt die Tochtergesellschaft VITAS Healthcare, circa 11.500 Mitarbeiter kümmern sich in vierzehn Bundesstaaten wie Florida und Kalifornien um die Betreuung von Todkranken. Dazu zählen Ärzte, Krankenpfleger und Sozialarbeiter. Ehrenamtliche Helfer kommen hinzu. Sie unterstützen die Betroffenen seelisch und versorgen sie medizinisch. Meist geschieht das bei den Patienten zu Hause. Zudem betreibt das Unternehmen eigene Hospize sowie entsprechende Abteilungen in Krankenhäusern.

Ursprünglich handelte es sich um eine Non-Profit-Organisation, die 1978 vom Pastor Hugh Westbrook und der Krankenschwester Esther Colliflower gegründet wurde. Wenige Jahre später gesellte sich der republikanische Politiker Don Gaetz hinzu, der einen entscheidenden Beitrag zur Kommerzialisierung dieses Angebots leistete. Er trug als Politiker auch dazu bei, dass in Florida Medicare als Krankenversicherung für Senioren Hospizleistungen bezahlte. Das bildete die wirtschaftliche Basis für VITAS Healthcare als erfolgreiche Firma.

Roto-Rooter: Abflussreinigung als Geschäftsmodell

Die zweite Tochtergesellschaft von Chemed existiert seit 1935, der Gründer von Roto-Rooter ist Samuel Oscar Blanc. Die Idee entstand während eines Besuchs bei seinem Sohn in Iowa, bei dem er sich über eine verstopfte Leitung und die schwierige Beseitigung des Problems aufregte. In der Folge bastelte er aus einem Motor einer Waschmaschine, Reifen eines Kinderwagens und einem Stahlkabel eine Reinigungsmaschine für Rohrleitungen.

Es handelte sich um ein Geniestreich, das die Firmengründung und einen raschen Erfolg ermöglichte. Bis heute sind patentierte Modelle der Marke Roto-Rooter ein wesentlicher Grund dafür, dass der Konzern in den USA bei der Rohrreinigung unbestrittener Marktführer ist. Zudem verfügt er über ein dichtes Netzwerk an eigenen Filialen und Franchise-Unternehmen. In den USA beherrscht Roto-Rooter 90 % des Markts, in Kanada immerhin 40 %.

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