Geld verdienen mit Aktien

Intermarket Analyse

Intermarket Analyse

Korrelationen nutzen, solange sie Bestand haben

Mittlerweile ist es eine allgemein akzeptierte Erfahrung, dass alle Märkte zueinander in einer bestimmten Beziehung stehen. Dies betrifft sowohl die inländischen wie auch die ausländischen Märkte. Betroffen sind alle Arten von Märkten. Die Anleihemärkte haben einen wesentlichen Einfluss auf die Aktienmärkte, die Rohstoffmärkte sind geprägt von der Entwicklung des US-Dollar und die Inflationserwartung hat Auswirkungen auf den Goldpreis.

Allein diese wenigen Beispiele zeigen schon, dass es sich kein Finanzanalyst – egal ob technisch oder fundamental orientiert – erlauben kann, diese Zusammenhänge zu vernachlässigen. Sie sind ein bedeutender Schlüssel zum Verständnis der Märkte. Die Analyse der Intermarket-Verknüpfungen im Hinblick auf Bestätigungen und Divergenzen liefert wertvolle Hinweise auf die zukünftige Marktentwicklung

Wer diese Erkenntnisse zu nutzen versteht, hat die große Chance, interessante Märkte zu finden und starke Bewegungen rechtzeitig zu erkennen.

Beispiele zur Intermarket Analyse

Hier möchten wir noch einen kleinen Einblick in diesen interessanten Zweig der technischen Analyse geben. Anhand von Beispielcharts werden die wichtigsten Bereiche Aktien, Renten, Rohstoffe und Devisen dargestellt. Bitte berücksichtigen Sie die jeweilige länderspezifische Perspektive bei der Betrachtung der Charts.

Der US-Dollar ist normalerweise gegenläufig zu den Rohstoffpreisen (CRB-Index). Aus dem Blickwinkel eines Euro-Investors ist die Devisen-Sichtweise genau umgekehrt: Ein starker US-Dollar führt aus europäischer Betrachtung zu einem schwachen Euro. Bezogen auf die Intermarket-Verknüpfungen bedeutet das einen Gleichlauf von Rohstoffpreisen und Euro.

Euo steigend 1
Ein steigender Euro (bzw. fallender US-Dollar) geht einher mit…

Rohstoffe_2
…steigenden Rohstoffpreisen (CRB-Index).

Gold steigend_3
…auch der Goldpreis steigt als Folge eines schwachen US-Dollars bzw. starken Euros.

Gold Rohstoffe 4
Der Goldpreis läuft den Rohstoffpreisen voraus. Gold antizipiert inflationäre Tendenzen. Das ist auch der Grund, warum der US-Dollar und Gold gegenläufig sind. Ein niedriger US-Dollar führt zu einer importierten Inflation. Daraufhin steigen Gold und etwas später auch die Rohstoffpreise.

Öl vs Ölaktien 5
Ölaktien laufen (ähnlich wie Gold) der Ölpreisentwicklung voraus. Divergenzen bieten interessante Tradingmöglichkeiten.

Kupfer vs Rohstoff Index 6

Kupfer ist ein guter Gradmesser für die wirtschaftliche Gesamtverfassung. Ein steigender Kupferpreis deutet auf eine Belebung der Konjunktur hin.

DAX vs Rohstoffe 7

Fallende Rohstoffpreise begünstigen die Aktienmärkte. Steigende Rohstoffpreise verteuern die Produktion und sorgen für einen inflationären Schub, der steigende Zinsen und fallende Rentenmärkte nach sich ziehen kann. Steigende Zinsen sind Gift für die Aktienmärkte.

US Treasuries vs Rohstoffe 8

Fallende Rohstoffpreise sind vorteilhaft für die Rentenkurse, da sie niedrige Inflationsraten implizieren. Seit dem Jahr 2002 laufen beide Märkte parallel. Dieses Verhalten deutet auf wichtige strukturelle Veränderungen bzw. Erwartungen hin. Die massive Geldausweitung der amerikanischen Notenbank (aus Angst vor deflationären Tendenzen?) könnte dafür verantwortlich sein. Interessant ist, das Gold ebenfalls steigt (siehe vorherigen Chart) und damit die inflationären Tendenzen (des CRB-Index) bestätigt. Demnach sollten die Rentenkurse langfristig wieder fallen. Nur eine tatsächlich hereinbrechende Deflation würde die Intermarket-Verknüpfungen zwischen den Rohstoffpreisen und Rentenkursen auf den Kopf stellen.

Dow Jones vs Treasuries 9

Steigende Rentenmärkte (d.h. fallende Zinsen) sind positiv für die Aktienmärkte. Der Dow Jones-Index und die US-Treasuries steigen parallel. Normalerweise haben die Rentenkurse eine Vorläuferfunktion von einigen Monaten vor Wendepunkten des Aktienmarktes.

Treasuries vs Aktienmärkte10

Es gibt aber auch Ausnahmen: Hier fällt der Dow Jones-Index, obwohl die US Treasuries weiter steigen. Nach Börsenexzessen oder bei Deflationsängsten kann der Gleichlauf gestört werden. Insbesondere die Übertreibungen an der Technologiebörse Nasdaq haben auch ihre Spuren beim Dow Jones-Index hinterlassen – wenn auch nur vergleichsweise moderat.

Bestätigung Dow Indizes 11

Der Dow Jones Industrial-Index, der Dow Jones Transport-Index und der Dow Jones Utilities-Index sollten einander bestätigen.

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