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Achtung, Ansteckungsgefahr! Staatsbankrotte nicht vom Tisch

Europa atmet auf – mit einem Sack voller Geld scheint die Rettung Griechenlands beschlossene Sache. Mit 22 Milliarden Euro sind wir dabei. 110 Milliarden Euro an Notkrediten spendieren der Internationale Währungsfonds und die Europäische Union. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Ich fürchte, wir werden häppchenweise mit weiteren Nachrichten konfrontiert. Um ein Beispiel zu nennen: bei der Hypo Real Estate Bank hieß es anfangs, 20 Milliarden Euro reichen zur Rettung. Bis heute flossen über 200 Milliarden in das Institut.

Auch die Europäische Zentralbank lässt sich nicht lumpen. Sie akzeptiert griechische Staatsanleihen weiterhin als Wertpapiere bester Bonität. Triple AAA für Junk-Bonds. Davon träumen wir als Verbraucher. Welche ökonomisch arbeitende Bank würde ein hoffnungslos überschuldetes Unternehmen oder eine Privatperson als besonders kreditwürdig einstufen und mit zinsgünstigen Krediten überhäufen? Institute, die das tun, begehen unternehmerischen Selbstmord, es sei denn sie haben wie Vater Staat eine Gelddruckmaschine im Keller stehen.

Aber auch Vater Staat kann nicht ewig Geld drucken, ohne das reale Gegenwerte geschaffen werden. Irgendwann bekommen wir die Rechnung präsentiert – am liebsten häppchenweise statt mit einem lauten Knall. Eine schleichende Geldentwertung (Inflation) ist die angenehmste Variante. Zwar schwant einem mit der Zeit, dass man sich trotz Gehaltserhöhungen nicht wirklich mehr kaufen kann, aber man gewöhnt sich daran und schnallt den Gürtel enger. Ein Schuldenmoratorium oder Währungsreform wären die härtere Gangart, aber hat der Staat noch die Wahl?

Den Gürtel enger schnallen muss jetzt auch Griechenland. Die Vergabe der Notkredite ist geknüpft an Sparmaßnahmen. Doch was passiert in zwei bis drei Jahren, wenn die Notkredite aufgebraucht sind und Griechenland weiter über seine Verhältnisse lebt? Die jetzigen Proteste zeigen, dass die Umsetzung der Sparmaßnahmen, die nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind, schwer durchsetzbar sind. Wenn ein Staat jahrzehntelang über seine Verhältnisse gelebt hat, fördert das Verhaltensweisen, die zu Gewohnheiten werden – und Gewohnheiten lassen sich nicht mal eben per Erlass abstellen. Jemand der gerne Süßes nascht, wird trotz guter Vorsätze nicht von heute auf morgen auf seine geliebte Schokolade verzichten.

Doch bevor wir zu sehr mit dem Finger auf Griechenland zeigen, sollten wir uns an die eigene Nase fassen. Zwar steht unser Land aufgrund seiner wirtschaftlichen Potenz wesentlich besser da, aber auch hier droht die fortgesetzte Verschuldungsorgie und leistungsfeindliche, ja bedenklich sozialistische Einstellung gewisser politischer Eliten, jegliche unternehmerische und private Eigeninitiative abzuwürgen. Eine Entwicklung, die unser aller Wohlstand gefährdet.

Der Blick über die Grenzen braucht gar nicht so weit zu schweifen, um weitere finanzielle Gefahrenherde ausfindig zu machen. Spanien, Portugal, England oder Amerika. Die Verschuldungsproblematik ist nicht auf Europa beschränkt. Insofern ist das Vorgehen der Europäischen Union zu begrüßen, soziale Unruhen zu vermeiden. Ich befürchte nur, dass durch den „Kuschelkurs“ die Probleme nicht ernsthaft angegangen werden und die nächsten, größeren Krisen nur in die Zukunft verschoben wurden.

2 Kommentare
  1. Sehr geehrter Herr Aschoff,

    vielen Dank für diese Informationen. Allerdings wären mir gerade in dieser Woche aktuelle Depotupdates wesentlich lieber, zumal ich entsprechend Ihren Tips gut engagiert bin.

    Mit besten Grüßen und ein schönes Wochenende

    Ihr Wolfgang Diem

  2. Sehr geehrter Herr Diem,

    ein ausführliches Update kommt am Wochenende. Ich plane übrigens eine Optimierung der Stop-Loss-Systematik, die ich schon seit Längerem bei mir zu Testzwecken bei langfristigen Strategien anwende. Die aktuellen Turbulenzen sind ein Grund mehr, diese bald vorzustellen. Ausschlaggebend sind jedoch strukturelle Veränderungen, die sich seit Jahren abzeichnen an den Märkten.

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