Donnernde Güterzüge
Es gibt Unternehmen, die man vor allem auf Bildschirmen erlebt. Und es gibt Unternehmen wie Norfolk Southern. Man begegnet ihnen eher als donnernden Güterzug, als endlose Reihe schwarzer Waggons oder als Infrastruktur im Hintergrund. Genau das macht die Geschichte dieser amerikanischen Bahngesellschaft so spannend. Sie beginnt nicht mit einem hippen Start-up-Moment, sondern mit der frühen Eisenbahnzeit der USA und führt bis zu einem Konzern, der heute große Teile des Ostens des Landes verbindet.

Von den Anfängen zur heutigen Bahngesellschaft
Die Wurzeln von Norfolk Southern reichen bis 1827 zurück. Als einer der frühen Vorläufer gilt die South Carolina Canal & Rail Road Company, die zu den Pionieren der amerikanischen Eisenbahngeschichte gehörte. Berühmt wurde diese Linie auch durch den „Best Friend of Charleston“, einen der ersten regelmäßig eingesetzten Personenzüge der USA. Einen einzelnen Gründer im klassischen Sinn gibt es bei Norfolk Southern deshalb nicht. Das Unternehmen ist vielmehr das Ergebnis einer langen Bahngeschichte mit vielen Vorläufern, Zusammenschlüssen und regionalen Traditionen.
Die große Verbindung von zwei Bahnpionieren
Der heutige Konzern entstand offiziell 1980 als Norfolk Southern Corporation in Norfolk, Virginia. Prägend war dann das Jahr 1982. Aus der Southern Railway und der Norfolk and Western Railway wurde das Unternehmen geformt, das bis heute den Namen Norfolk Southern trägt. In gewisser Weise ist Norfolk Southern also keine Neugründung, sondern eine sehr amerikanische Verbindung aus Tradition, Größe und Pragmatismus. Zwei große Bahnwelten wurden unter einem Dach zusammengeführt, als sich die Branche neu sortierte.
Ein Pferd, das zur Marke wurde
Besonders charmant ist die Bildsprache des Konzerns. Das Unternehmenssymbol ist bis heute das „Thoroughbred“, ein Vollblutpferd, das für Tempo und Zuverlässigkeit steht. Der erste Pferde-Star hieß David und wurde 1982 nach der Bildung von Norfolk Southern in Werbekampagnen eingesetzt. Später folgten weitere tierische Markenbotschafter. Das ist eine dieser schönen Anekdoten, die zeigen, dass selbst ein Schwergewicht der Industrie gern mit einem starken Symbol arbeitet.
Heute mit Sitz in Atlanta
Heute hat Norfolk Southern seinen Hauptsitz in Atlanta, Georgia, und betreibt eines der großen Schienennetze im Osten der USA. Das Unternehmen selbst verweist auf eine Geschichte, die fast zwei Jahrhunderte umspannt, von frühen Bahnlinien über bekannte Strecken wie die Horseshoe Curve bis zur modernen, technologiegetriebenen Güterbahn. Für Börseneinsteiger ist Norfolk Southern deshalb kein lauter Modewert, sondern ein Unternehmen, das zeigt, wie viel Zukunft in sehr alter Infrastruktur stecken kann.

