Weiter wie bisher, die Druckerpresse rotiert um so mehr!

Sehr geehrte Damen und Herren, die große Bedeutung der Zinsen für die Aktienmärkte, die Wirtschaft und Volkswirtschaften allgemein habe ich öfters thematisiert. Aus gutem Grund. Billiges Geld ist Schmier­mittel für Wirtschaft und florierende Börsen. Niedrige Zin­sen ermöglichen Politikern kostspielige Wahl­ver­sprechen und allerlei Unsinn zu finanzieren – auf Kosten der Steue­zahler.

Zinsen können (kräftig) steigen

Ich erinnere mich an prozentual zweistellige Zinssätze für Bundes­schatzbiefe (= Top-Bonität) in meiner Jugendzeit. Das klingt nach einer „Nullzins-Phase“ unglaublich und „nie wieder“ mag man denken, aber Zinszyklen verlaufen in großen Wellen über Jahr­zehnte. Wir befinden uns in einem weltweit „einmaligen“ Kreditexperiment. Ende offen. Maß­lose Geld­druckerei fordert ihren Tribut. Inflation ist eine davon.

  • Das Zinstief liegt hinter uns!

Die bekannte Grafik aus älteren Strategie­ausgaben illus­triert die US-Zinswende:

Rendite US-Staatsanleihen auf dem Weg nach oben

KI versus Druckerpresse

Wie weit Künstliche Intelligenz den steigenden Zinsen durch Effizienz­­steigerungen Paroli bieten kann, muss sich erst beweisen. Die staatlichen Verschuldungsorgien weltweit, häufig nach plan­wirtschaftlicher oder ideologisch motivierter Gutsherren­art, sind der Weg in eine schlechtere Zukunft.

Finanzmarktkrise & Bankenzusammenbrüche

Einen Vorgeschmack, wenn Schulden aus dem Ruder laufen, haben wir mit der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 erleben dürfen. Nur durch eine konzertierte Aktion und die internationale Druckerpresse „egal was es kostet“, wurde der Zusammenbruch des Finanzsystems ver­hindert bzw. verschoben. Prominentestes Opfer neben vielen un­genannten Regionalbanken war der Untergang Lehman Brothers, eine der größten Investment­banken der Welt.

Weltweite Verschuldung steigt

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich mit Schulden gut leben läßt, wenn man eine Notenpresse im Keller hat. Das Privileg der Staaten und Regierungen haben wir Normalbürger nicht. Leben wir über unsere Verhältnisse, müssen wir die Konsequenzen tragen. Lebt der Staat über seine Verhältnise, kommt die Inflation oder Schlimmeres. Die Zeche zahlen in jedem Fall wir, die Bürger, nicht der Staat.

Billionen Dollar auf dem Deckel

Das war sogar der Bild-Zeitung online eine Schlag­zeile auf der Titelseite wert. Das US-Schuldenproblem scheint beim Frühstückstisch angekommen zu sein. Zig Billionen auf dem Deckel sind auch für den Wirtschaftsgiganten Amerika keine Kleinig­keit, erst recht nicht bei steigenden Zinsen. Und es wird viel mehr werden ohne Haushalts­disziplin.

Staatseingriffe am US-Anleihemarkt

Wie sensibel die Lage ist, zeigt die Intervention des US-Finanz­ministeriums und dessen Bereitschaft weiterer Rück­käufe lang­­laufender US-Staatsanleihen, um die Langfrist­zinsen zu drücken. Ein gewagter staatlicher Eingriff, der die Ursachen nicht löst. Ein Spiel mit dem Feuer. Die Wirkung des Eingriffs ist bereits verpufft. Bei der nächsten „Schieflage“ dürfte die erforderliche Dosis steigen. Fortsetzung wahrscheinlich.

Ende offen, Inflation als Verbündeter

Wie das „Experiment der weltweiten Verschuldungs­orgie“ ausgehen wird, darüber gibt es keine allgemein akzeptierte volkswirtschaft­liche Theorie. Einig scheint man sich nur darin zu sein, dass eine Voll­bremsung zu einer Wirtschaftskrise wie in den 30er Jahren (Weimarer Republik) führen würde. Das riskiert hoffentlich keiner.

Kein Weltversteher, nur Aktionär

Wo Risiken sind, sind auch Chancen. Edelmetalle profitieren von dem Vertrauensverlust in die staatlichen Währungen („Fiatgeld“).  Mein Credo seit der Jahrtausend­wende lautet (auf dem Vortrag für die Gold­seiten im großen Seminarraum des Olympiazentrums in München): Jeder sollte eine kleine Menge Goldmünzen (Krügerrand oder vergleichbares Anlagegold) physisch außerhalb des Bankensystems mit privatem Zugriff ver­wahren. Bildlich gesprochen wie eine  preiswerte Haft­pflicht­versicherung für extreme Ereignisse, die hoffent­lich nie ein­treten werden. Meine Empfehlung gilt un­verändert – auch wenn man heute das Zehnfache bezahlt…

Qualitätsaktien bieten Inflationsschutz

Vermutlich werden notwendige Reformen zu „Reförmchen“, die die Probleme kaschieren, aber nicht lösen bzw. langfristig vergrößern. Man wurschtelt sich durch wie bisher (offiziell packt man es natürlich richtig an) und reicht die bekannten Probleme an die nächste Politiker­generation weiter. Kommt Ihnen das bekannt vor?

Der Weg des geringsten Widerstands

These:

„Weiter wie bisher, die Druckerpresse rotiert um so mehr!“

  • Inflation bleibt der heimliche Verbündete der Schulden­macher – als Teil der Lösung des Kreditproblems. Staaten entwerten ihre Schulden auf unsere Kosten.
  • Seit Jahren liegt die gelebte Inflation, die bei uns im Porte­monaie ankommt, viel höher als die offiziellen Statistiken (hedonistische Berechnung usw.) vermuten lassen.
  • Inflation ist eine „geschickte“ Form der Enteigung, wenn sie über Gebühr hoch und lange währt. Das ist der Fall.
  • Ferner hat Inflation den Vorzug, dass man die Schuld leicht anderen in die Schuhe schieben kann. Ohne ökonomische Bildung ist das Schwarzer-Peter-Spiel kaum zu durch­schauen.

Wir können uns wappnen: Qualitätsaktien und Edel­metalle bieten Schutz vor Inflation.

Gold als Gradmesser des Fiatgeld-Verfalls